Herzhafter Gemüseeintopf mit Schwarzaugenbohnen

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Der Herbst, der Herbst, der Herbst ist da

Er bringt uns Eintopf, so wunderbar…

Ok, das mit dem Lieder umdichten müssen wir noch üben. Und auch beim Kochen lernt man immer dazu, aber dass Gemüseeintöpfe etwas Feines sind, das sollte man erfahren haben! Dieser besticht durch ausschließlich regionales Gemüse in Kombination von exotisch anmutenden Schwarzaugenbohnen. Südeuropäische Kräuter runden die wilde Mischung elegant ab. Es macht etwas Arbeit, dafür schmeckt die Riesenportion bei jedem Erhitzen besser und die vielen Vitamine schützen vor fiesen Erkältungsviren.

Zutaten (für 5-6 Portionen), Zeit: ca. 1 Stunde

  • 2 Stangen Porre (in Scheiben geschnitten)
  • Blätter von 1/2 Kopf Wirsing (klein gezupft)
  • 2 Möhren (geschrubbt und in Scheiben geschnitten)
  • 1 Pastinake (geschrubbt und in Scheiben geschnitten)
  • 1 faustgroße Sellerieknolle (geschält und klein geschnitten)
  • 2 Hände voll Petersilienblätter
  • 2 Zehen Knoblauch
  • Olivenöl
  • 1-2 EL Kräuter der Provence
  • 5  getrocknete und eingelegte Tomaten (klein geschnitten)
  • Gemüsebrühe Menge nach Geschmack
  • Worcestersauce (achtet darauf, dass diese vegan ist)
  • 2 EL Mandelmus
  • 400g Schwarzaugenbohnen (vorgekocht bzw. aus der Dose)
  • optional: Balsamicoessig Vinaigrette
  • optional: Hefeflocken
  1. Porre im Olivenöl anbraten.
  2. Restliches  Gemüse und Petersilienblätter hinzufügen und mit Brühe ablöschen.
  3. Eingelegte Tomaten, Kräuter der Provence, Worcestersauce und Mandelmus unterrühren.
  4. Schwarzaugenbohnen hinzufügen, kurz bevor das Gemüse bissfest ist.
  5. Optional mit Balsamicoessig Vinaigrette und Hefeflocken servieren.

Tipp: Das mit der Vinaigrette lohnt es wirklich, zu testen, schmeckt schön fruchtig und süß!

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Kokos-Wirsing auf Polenta

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Weil es auf dem Weg liegt, kaufe ich zur Zeit wieder fast täglich im Kräuterhof Lübars (hier) ein. Ob ich dafür gerade absichtlich Werbung mache? Ja, aber nicht kommerziell sondern aus leidenschaftlicher Überzeugung! Das Biogemüse wird schließlich vor Ort von den Angestellten der Werkstatt angebaut und zu fairen Preisen verkauft. Und das alles in Berlin!

Ich koche damit sowohl regional als auch extrem spontan, denn man kauft, was da ist. Das führt zu experimentierfreudigem Kochen und tollen Ergebnissen.

Heute war unter anderem Wirsing im Angebot. Der traf sich am Herd mit Kokosmilch, Curry und Polenta und alle waren glücklich.

Zutaten (für 2-3 Portionen), Zeit: 30 Minuten

  • 1 Zwiebel (gehackt)
  • Blätter von 1 Wirsing (klein gerupft)
  • 1-2 TL thailändisches Currypulver
  • 1 Tasse Gemüsebrühe
  • 1 Dose Kokosmilch
  • Salz
  • Kokosöl
  • Polenta
  1. In einem großen Topf:  Zwiebel und Currypulver in heißem Öl anbraten.
  2. Wirsingblätter hinzufügen und kurz mitbraten.
  3. Mit Brühe und Kokosmilch ablöschen.
  4. Köcheln lassen, bis der Wirsing bissfest ist. Mit Salz abschmecken.

Zu Polenta servieren.

Udonnudeln mit Paprika, Blattsalat und Radieschen

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Aristoteles und ich (wollte ich schon immer mal in einem Atemzug sagen bzw. in einem Satzteil schreiben) sind ja Freunde des goldenen Mittelweges.

Kritische Zeitgenossen könnten dies wohlmöglich für inkonsequent oder halbherzig halten, aber ich mag am goldenen Mittelweg das unverkrampfte, sich aber stetig bemühende, nicht vom rechten Weg abzukommen.

Und das halte ich auch besser durch als eine allzu dogmatische Lebensweise.

Auf Ernährung bezogen bedeutet das für mich: Regional und saisonal ist anzustreben und lecker, aber gern mit exotischem Touch und nicht auf Gedeih und Verderben. Dann kann es auch mal wilde Mischungen geben, wenn ich Lust auf asiatisch habe, mir aber wie heute, mein Blattsalat aus Balkonien fröhlich entgegen wächst. Und die Radieschen vom guten alten Alt Lübarer Kräuterhof wollen auch verzehrt werden – und sie werden ihren Platz finden in meiner exotischen Schüssel!

So halte ich es auch mit Kohlenhydraten: Ich liebe Nudeln und könnte sie jeden Tag zu jeder Mahlzeit essen! No Carb macht mir im Übrigen schlechte Laune und ist ebenso ungesund und einseitig wie ausschließlich Pasta. Daher gebe ich den Nudeln zwar eine tragende Rolle in meinen Gerichten, aber nicht immer die monologisierende, alles in den Schatten stellende Rampensaurolle.

Hier haben Paprika, Salat und Radieschen die entscheidenden Dialoge und die Udonnudeln bekommen den Oscar für die beste Nebenrolle – immer wieder!

Zutaten (für 1 große Portion), Zeit: 20 Minuten

Dressing:

  • 1 EL Sojasauce
  • 1 TL Sesamöl
  • 1 EL Reisweinessig
  • 1 Knoblauchzehe (gewürfelt)
  • 1 daumengroßes Stück Ingwer (geschält und gewürfelt)
  • Prise Salz
  • 1/3 klein gehackte Chilischote
  • Saft einer Limette

In der Pfanne:

  • 4 rote Spitzpaprika (gewürfelt)
  • 1 kleine Packunng (75g) Udonnudeln
  • 1 EL Sesamöl
  • Prise Salz

Topping:

  • Handvoll Blattsalat (in mundgerechte Stücke geschnitten)
  • Handvoll Koriander (gehackt)
  • 4-5 Radieschen (in Stücke geschnitten oder geraspelt)
  • nach belieben Gomasio

1. Paprika in der Pfanne mit Prise Salz anbraten.

2. Wenn diese fast bissfest sind, Udonnudeln hinzufügen und mitbraten.

Ggf. Schuss Wasser hinzufügen.

3. In dieser Zeit Zuaten des Dressings miteinander verquirlen und abschmecken.

4. Pfannengemisch etwas abkühlen lassen und in einer großen Schüssel mit dem Dressing vermischen.

5. Topping darüber verteilen und sich freuen.

 

Extrem grüne Grüntee-Nudel-Pfanne

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Dinge gibt´s, da denkt man gar nicht, dass es die gibt… Zum Beispiel Nudeln aus Grünem Tee Pulver, Salz und Wasser.

Und wie diese Dinge erst schmecken!

Ich habe erwähnte sehr extravanagnte Nudeln, die es im Asia-Laden zu kaufen gibt,  mit einem exotischen Dressing und regionalem, saisonalen Gemüse kombiniert:

Der Einkauf im Kräuterhof Lübars (Biogemüseanbau und Verkauf durch die Berliner Werkstätten für Menschen mit Behinderung GmbH , kurz BWB) hat mir nämlich unter anderem Brokkoli, Frühlingszwiebeln und Schnittlauch gebracht.

Zutaten (für 2 Portionen), Zeit: 20 Minuten

Für das Dressing:

  • 2 El einer unbehandelten Zitrone
  • 1 daumengroßes Stück Ingwer
  • 1/2 Zehe Knoblauch (kleingewürfelt)
  • 1 El Agavendicksaft
  • 1 Prise Chili
  • 1 Prise Salz
  • 1-2 EL Reisessig
  • 2-3 EL Sojasauce
  • 1-2 EL Sesamöl

Für den Wok-Inhalt:

  • Röschen von 1 Kopf Brokkoli (in mundgerechte Stücke gezupft)
  • 2 Frühlingszwiebel-Knollen (gewürfelt)
  • 1/2 Zehe Knoblauch (gewürfelt)
  • 1 EL Sesamöl
  • Prise Salz

Topping:

  • 2 EL Gomasio (oder einfach geröstete Sasamsamen mit Prise Meersalz)
  • 3 EL gehackter Schnittlauch
  • das Grün von 2 Frühlingszwiebeln (in Scheibchen geschnitten)

Und außerdem :

  •  150 g Grüner Tee Nudeln: also ich habe zwei dieser elegant umwickelten Portionen aus einer 225 g Packung verwendet. Die dritte ist auf dem Photo unten links angedeutet 🙂

1. Öl im Wok erhitzen und die Frühlingszwiebelknollen mit dem Knoblauch und der Prise Salz darin anbraten, bis die Zwiebeln glasig sind.

2. Brokkoli hinzufügen und unter Rühren anbraten, bis er bräunliche Stellen hat, aber noch schön knackig ist.

3. Währenddessen die Nudeln in sprudelndem Salzwasser bissfest kochen.

4. Dressing-Zutaten miteinander verquirlen, am besten mit einem kleinen Schneebesen.

5. Die Nudeln mit dem Wokinhalt und dem Dressing in einer Schüssel gründlich vermischen und mit dem Frühlingszwiebelgrün, dem Schnittlauch sowie Gomasio toppen.

Tipps:

  • Auch kalt ein ziemlicher Kracher und daher ideal für unterwegs, als Picknick-Highlight oder Mittagspausensnack.
  • Das Dressing passt zu allen möglichen asiatischen Nudeln mit dem jeweiligen Gemüse der Saison, also einfach mal mutig experimentieren! Sehr lecker zum Bespiel mit Paprika, Zucchini, Auberginen, rohen Salatgurken…
  • Anstelle des Schnittlauchs passt natürlich auch Koriander oder  Petersilie.

Grüner Spargel in Sahnesauce auf Spaghetti

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Es gibt am Rande von Berlin einen alten Dorfkern namens Alt Lübars. Dieses Kleinod ist tatsächlich noch ein echter Dorfkern ohne dm, ohne Aldi, dafür mit Kirche, altmodischem ,,Fernsprechgerät“ und Dorfschule. Es gleicht einem Freilichtmuseum und erdet ganz herrlich.

Warum ich das in einem Foodblog schreibe? In diesem echten Dorfkern gibt es noch echtes Gemüse. Dies wird im ,,Kräuterhof Lübars“ von den Mitarbeitern der Werkstatt für Menschen mit Behinderung angebaut und verkauft. Natürlich ist es Bio-Gemüse.

Wir haben nun also (tatatataaaaaa): Regional, saisonal, Bio und Förderung der Werkstatt! Und tatsächlich NULL Lebensmittelkilometer!!!!! So etwas habe ich in Brandenburg schon auf dem Weg zur Arbeit gehabt und meine Ernährung dann tatsächlich dem jeweiligen Angebot angepasst, was ein sehr schönes Gefühl war. Dann freut man sich wirklich wahnsinnig über die ersten Tomaten, Bohnen, Kürbisse…

In Alt Lübars habe ich es heute das erste mal geschafft, vor Schließung des Ladens anzukommen (zum Wandern ist die Umgebung aber auch schön!) und mich reichlich eingedeckt. Der Mangold wurde sogar extra für mich gepflückt. Vom Beet in meinen Rucksack, das nenn ich mal Transparenz 🙂

So gab es heute frischen Spargel mit Spaghetti:

Zutaten (für 3 Personen)

  • 400 g Spaghetti
  • 1 Pfund grüner Spargel (die Enden von ca. 2 cm abgeschnitten und in mundgerechte Stücke geschnitten)
  • Petersilie nach Geschmack (gehackt)
  • Salz
  • 200 ml Sojacreme
  • 3 EL Olivenöl
  • 4 EL Hefeflocken
  • 2 EL Zitronensaft

1. Die Spaghetti in sprudelndem Salzwasser bissfest kochen.

2. Währenddessen die Spargelstückchen im Öl anbraten.

3. Kurz bevor sie bissfest sind, die Sojacreme hinzufügen und kurz aufkochen.

4. Hefeflocken und Zitronensaft unterrühren und mit Salz abschmecken. Ggf. etwas Wasser hinzufügen, wenn es zu fest wird.

5. Den Inhalt der Pfanne mit den Spaghetti und der Petersilie servieren.

Tip: Erkundigt Euch doch, ob es bei Euch ähnliche Verkaufsstände gibt, denn sie sind es wirklich wert zu fördern!

P.s.: Nein, ich werde nicht dafür bezahlt, dies zu schreiben, leider… 🙂